Opus 166 Pori/Finnland

Fertigstellung 2007

Pori (der schwedische Name der Stadt lautet Björneborg), ist eine alte Hafen – und Industriestadt, im Westen Finnlands direkt am Kokemäenjoki gelegen.
Auf musikalischem Sektor hat Pori einiges zu bieten: alljährlich finden hier sowohl ein Orgelfestival als auch das renommierte internationale Porijazzfestival statt; auch beherbergt die Stadt ein professionelles Sinfonieorchester, die Pori Sinfonietta. Pori, mit seinen knapp 80.000 Einwohnern eine der größten Städte Finnlands, hat sich als ein bedeutendes überrregionales Zentrum etabliert.
Nachdem wir schon in 2001 die Orgel für die Friedhofskapelle der Gemeinde realisiert haben – auf welcher übrigens regelmäßig Konzerte stattfinden! - konnten wir im November 2007 festlich die Einweihungswoche der großen Orgel für die Stadtkirche Pori feiern.

Das von der Gemeinde detailliert ausgearbeitete Konzept für die Orgel sah folgende Rahmenbedingungen vor: die Kirche sollte eine Orgel im französisch-romantischen Stil bekommen. Dies beschränkte sich nicht nur auf die Klangaussage, sondern erstreckte sich sowohl auf die technische Ausführung sowie letztendlich auch auf die Fassadgestaltung.

So hatten wir die große Freude, ein Instrument mit starker Anlehnung an das Wirken und Schaffen Aristide Cavaillé –Colls verwirklichen zu können. Der extrem hohe Anspruch der Gemeinde und des Organisten Juhani Romppanen machte es möglich, dieses Instrument ohne die, aus finanziellen Gründen sonst so häufig anzutreffenden, Kompromisse zu bauen.

Die Orgel hat 58 Register auf drei Manualen und Pedal. Die mechanische Traktur ist mit drei Barkermaschinen für die Manualwerke ausgestattet. Die Registratur ist als Doppelregistratur,mechanisch und elektrisch, inklusive Setzer, ausgeführt. Die Windladen sind unterteilt in Anches und Fonds, zusätzlich sind die Winddrücke in Bass und Diskant differenziert. Insgesamt versorgen dreizehn Bälge die Orgel mit Wind.
Weitere Merkmale des Instrumentes: Zusätzlich zu den normalen Koppeln: Octaves graves GO und Recit, Appel-Sperrventilsystem für die Anchesladen, Effet d’orage, siehe auch Disposition. Jedes Manual steht auf 16’-Basis, das Pedal auf 32’-Basis. Die Gehäusegestaltung wurde mehrmals umgeändert und weiterentwickelt, bis sie in der jetzigen neogotischen Formensprache ihren Ausdruck fand.

Neben der jährlich im Sommer stattfindenden Orgelwoche hat der Organist Juhani Romppanen eine Orgelcompetition ins Leben gerufen.



Gehäuseentwurf, technische Konstruktion: Roland Monczynski, Kiel
Intonation: Helmuth Gripentrog, Helsinki, und Kalevi Mäkinen, Tampere
Berater: Kurt Lueders, Paris
Sachverständiger: Eero Annala, Kerava

Siehe auch www.poriorgan.fi

 

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